Gefährdung auch christlich geprägter Krankenhäuser durch den Landeskrankenhausplan NRW 2020

Sehr geehrter Herr Superintendent Bruckhoff,

aus Verpflichtung zur Nächstenliebe gründeten Ordensfrauen und Mönche vielerorts schon ab dem 6. bis zum 12. Jahrhundert im christlich geprägten Teilen Europas Krankenhäuser, um den Menschen vor Ort in der Not zu helfen. Diese Hilfe war Vorbild und Ansporn zugleich. Im 18. Jahrhundert folgten die ersten modernen Krankenhäuser in Deutschland. Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine stationäre medizinische Versorgung, die heute einen wesentlichen Bestandteil der Daseinsfürsorge einer verantwortungsvollen Gesellschaft bildet.

Derzeit werden aber Bestrebungen umgesetzt, die flächendeckend ortsnahe medizinische stationäre Versorgung in NRW unter Hinweis auf Finanzierungskosten zugunsten weniger zentraler Großkliniken aufzugeben. Zu befürchten ist, dass somit regionale Krankenhäuser im neuen Krankenhausplan keine Berücksichtigung mehr finden, was deren Ende bedeuten würde.
Sie sind sicher darüber informiert, dass den Krankenhäusern in der StädteRegion Aachen – wie dem Luisenhospital des Ev. Krankenhausvereins schon eine Prämie für die Schließung angeboten wurde (siehe Anlage).
Unsere Initiative hält diesen Weg für falsch – nicht nur im Interesse der hilfebedürftigen Menschen. Eine Schließung von unter christlicher Trägerschaft stehenden Einrichtungen bedeutet letztlich auch den Abschied von einer spezifisch christlich geprägten Verantwortung für eine menschenwürdige Gesund-heitsversorgung. Wir setzen uns dafür ein, diese Entwicklung zu stoppen. Dazu bedarf es einer breit getragenen Unterstützung. Aus diesem Grunde tragen wir Ihnen unser Anliegen vor.
Als ersten Schritt halten wir eine unabhängige Überprüfung des Gutachtens für zwingend erforderlich, auf das sich die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen bei ihrer Entscheidung zur sogenannten “gesamtgesellschaftlichen Transformation“ durch eine neue Krankenhausstruktur stützt. Hierzu enthält die beigefügte Information Einzelheiten.

Für eine Entscheidung über Handlungsoptionen zur Unterstützung der regionalen christlichen Krankenhäuser bitten wir Sie um ein persönliches Gespräch. Eine Terminabsprache kann gern mit den Unterzeichnern erfolgen.Für eine zeitnahe Antwort wären wir Ihnen sehr dankbar.

Freundliche Grüße

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